Praktikum

Das Praktikum ist Bestandteil des Masterstudienfachs Digital Humanities und erforderlich für das erfolgreiche Abschliessen des Studiengangs. Die Studierenden erhalten 5 ECTS-Punkte. Das Praktikum soll einen praktischen Einblick in Institutionen und Arbeitstechniken digitaler Anwendungen im geistes- und sozialwissenschaftlichen Umfeld geben. Die Studierenden sollen mit allen wichtigen Komponenten computergestützter Arbeit bekannt werden und diese in einem typischen Arbeitsumfeld einüben. Sie sollen in einer Einführungsphase typische Methoden kennenlernen, theoretisch reflektieren und diese anschliessend selbstständig in ihrer Anwendung beurteilen und einsetzen können.

Voraussetzungen für die Vergabe von ECTS und die Rahmenbedingungen sind im Merkblatt Praktikum Masterstudienfach Digital Humanities festgehalten. Ausserdem verweisen wir auf den Praktikumsantrag, welcher vor dem Praktikum zur Genehmigung eingereicht werden muss, und die Vorlage für den Praktikumsbericht. Die aktuellen Dokumente finden Sie wie folgt: Über uns > Dokumente und Links

Wie finde ich eine Praktikumsstelle

Die Studierenden sind selbst verantwortlich, dass sie eine Praktikumsstelle finden. Wir empfehlen Ihnen das Career Service Center der Universität Basel zu nutzen.

Für Stellen an der Universität Basel können Sie die die Stellenplattform der Universität Basel nutzen. Interessieren Sie sich ganz konkret für eine Institution, empfehlen wir Ihnen diese direkt zu kontaktieren.

Studentische Erfahrungsberichte

Name
Anika

 

Fächerkombination
Bachelor: Medienwissenschaft & Soziologie 
Master: Medienwissenschaft & Digital Humanities

 

Firma
Roche Pharma AG, Human Resources (Employer Branding) & Communications

 

Jobtitel
Praktikantin Employer Branding & Talent Acquisition
Werkstudentin Digital Communications 

 

Interview

Wie bist Du auf Deine Praktikumsstelle aufmerksam geworden?
Über ein Jobportal im Internet.

Was waren Deine Aufgaben während des Praktikums?
Eines meiner Haupttätigkeitsfelder in der Kommunikationsabteilung ist die Koordination und Begleitung des mehrjährigen globalen Intranet-Relaunch-Projekts. Dabei habe ich bei sämtlichen Kommunikationsmaßnahmen während der Migrationsphase, zum Launch und der aktuellen Aftercare-Phase mitgewirkt. Für die Katalogisierung und Suchmaschinenoptimierung war und ist die contentbezogene Antizipation des jeweils relevanten Kontextes von großer Bedeutung. Die Beratung aller Abteilungen der Roche Pharma AG und die regelmäßige Abstimmung mit dem globalen Projektteam führten zu einem erfolgreichen Launch und der Akzeptanz des neuen Intranets bei den Mitarbeitenden. Um eine langfristige Optimierung der Inhalte und eine entsprechende SEO zu gewährleisten, habe ich den Großteil der Tracking- und Analyticstätigkeiten der neuen Intranetseiten in Google Analytics aufgebaut und führe regelmäßige Analysen durch.

Des Weiteren unterstütze ich bei deutschlandweiten Roche Social Media Aktivitäten und habe im vergangenen Jahr eine umfassende Analyse aller digitalen Roche Deutschland Kanäle durchgeführt. Um unsere Mitarbeitenden bezüglich Social Media und externer Unternehmenskommunikation zu unterstützen, habe ich bei der Konzeption eines Ambassadorprogramms mitgewirkt. Zuvor war ich im Bereich Employer Branding & Talent Acquisition sowohl für die zielgruppenorientierte Social Media Contentplanung als auch für die monatliche Social Media Analyse und -auswertung verantwortlich. Ich habe die Implementierung der LinkedIn Deutschland Seite mitgestaltet und zur Optimierung der Nutzung der Roche Social Media-Kanäle beigetragen. Zudem habe ich bei der Konzeption und Erstellung der auf einer fachbereichbezogenen Landing Page publizierten interaktiven Fotostrecke mitgewirkt.

Welche Tipps hast Du für Studierenden, welche ein Praktikum suchen?

Ich würde empfehlen, sowohl job-/ausschreibungsgetrieben als auch arbeitgebergetrieben mit der Suche zu starten. Außerdem hilft es sich zu Beginn viele Ausschreibungen durchzulesen, um ein Gefühl für die konkreten Job-Bezeichnungen zu bekommen – falls die Studienfächer eine breitere berufliche Orientierung zulassen.

Name
Ella

 

Fächerkombination
Bachelor: Geschichte und Soziologie (Uni Konstanz), 
Master: Geschichte und Digital Humanities (Master, Uni Zürich und Uni Basel)

 

Firma
Staatsarchiv Thurgau

 

Jobtitel
Praktikantin Archiv

 

Interview

Wie bist Du auf Deine Praktikumsstelle aufmerksam geworden?
Ich hatte schon vorher vom Staatsarchiv gehört und eine Initiativbewerbung gesendet, weil ich im Sommer ein Praktikum machen wollte.

Was waren Deine Aufgaben während des Praktikums?
Zu Beginn des Praktikums habe ich beim Erschliessungsprojekt von Regierungsratsbeschlüssen mitgearbeitet. Dazu habe ich Regierungsratsbeschlüsse aus dem Jahr 1924 durchgelesen und dann mit den richtigen Titeln im System (Scope-Archive) eingetragen. Es ging also darum, den Beschluss zu verstehen und möglichst kurz, aber aussagekräftig, zu erfassen, damit dieser dann auch bei der entsprechenden Recherche gefunden wird. Anschliessend habe ich Notariatsakten erschlossen, was nochmals etwas komplizierter wurde, weil unter anderem entschieden wird, welche Akten man behält, und manchmal auch Dokumente aus Todesfallakten zusammengesucht werden müssen und man die unterschiedlichen Arbeitsweisen der Notare verstehen muss. Gegen Ende des Praktikums wurde ich immer mehr beim Benutzungsdienst eingeteilt, was mir auch viel Spass gemacht hat. Dort habe ich die Archivbesuchenden betreut, bestelle Akten geholt und bereitgelegt, bei der Recherche geholfen und Fragen beantwortet. Ausserdem gehört dort zur Aufgabe auch, dass man Anfragen der kantonalen Verwaltung bearbeitet, Emails beantwortet und telefonische Anfragen entgegennimmt.

Mir hat in diesem Praktikum vor allem die Abwechslung gefallen, so dass ich nach den unterschiedlichen Stationen im Archiv schon ein ziemlich gutes Gefühl hatte, wie der Betrieb läuft. Ausserdem konnte ich immer wieder an unterschiedlichen Stellen aushelfen und habe beispielsweise bei einem Aktentransport zur Denkmalpflege einen Tag lang Kisten geschleppt, was auch ein neues Gefühl für die verschiedenen Aspekten des Berufsalltags gibt. Die Arbeit im Benutzungsdienst fand ich ausserdem auch sehr spannend, weil man mit den unterschiedlichsten Menschen zusammenarbeitet und auch viele eindrückliche Begegnungen macht, beispielsweise wenn Personen, die von den fürsorgerischen Zwangsmassnahmen betroffen waren, Akten über sich betrachten, oder ihre Pflegefamilien suchen.

Welche Tipps hast Du für Studierenden, welche ein Praktikum suchen?
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnen kann, sich auch einfach einmal spontan zu bewerben und hartnäckig zu bleiben. Nach meiner ersten Bewerbung im Archiv habe ich keine Antwort bekommen. Erst als ich nochmals angerufen habe und im Gespräch, wo mir anfangs gesagt wurde, dass wegen Corona niemand eingestellt werden kann, weiterhin starkes Interesse zeigte, wurde mir dann trotz Corona die Praktikumsstelle für den Sommer angeboten.

Auch während des Praktikums kann man offen bleiben, nachfragen und Interesse zeigen, und bekommt so nochmals neue Einblicke in Gebiete, die man sonst nicht kennenlernen würde.

Name
Johanna

 

Fächerkombination
Bachelor: Germanistik & Slavistik
Master: Germanistik & Digital Humanities

 

Firma
Universität Basel, DH Lab, SNF Forschungsprojekt
"Forschungslogiken in den textbasierten DH - Bewertungspraktiken nach dem Machine-Learning-Turn"

 

Jobtitel
Projektmitarbeiterin
(Annotation von Wertungen, Sentiment und textstrukturelle Segmentierung)

 

Interview

Wie bist Du auf Deine Praktikumsstelle aufmerksam geworden?
Durch Dozierende an der Uni.

Was waren Deine Aufgaben während des Praktikums?

Im Forschungsprojekt, in dem ich mitgearbeitet hatte, wurden digitale Praktiken des Bewertens anhand von Laienliteraturrezensionen untersucht. Damit beschreibende und bewertende Teile in Rezensionen automatisch erkannt werden können, muss zuerst zu Trainingszwecken ein von Hand annotiertes Korpus erstellt werden. Während meines Praktikums arbeitete ich hauptsächlich an diesem Korpus. Meine Aufgabe war es, zusammen mit einem Mitstudenten zahlreiche Rezensionen zu lesen und die Sätze in verschiedene Kategorien einzuteilen. Beispielsweise musste ich entscheiden, ob ein Satz beschreibend oder bewertend ist oder ob eine positive oder negative Meinung ausgedrückt wird. Dazu gehörten auch intensive Diskussionen über die Definitionen der Kategorien und Überarbeitungen derselben. Eine weitere Aufgabe war ein Qualitätscheck eines Sentimentwörterbuchs: Ich überprüfte bei einer bestimmten Anzahl Wörtern, ob ich mit den vorgegebenen Emotionen und Sentiments einverstanden war. Zwei weitere kleinere Aufgaben waren das Korrekturlesen eines Papers in Bezug auf den APA-Zitierstil und die Vervollständigung einer Excel-Tabelle mit Daten von Autor*innen. Ausserdem führte ich während den Teamsitzungen Protokoll.

Besonders geschätzt habe ich den Einblick in die Arbeit einer Forschungsgruppe und die Zusammenarbeit mit den anderen Teammitgliedern. Es war für mich eine spannende Erfahrung, an einem Forschungsprojekt aktiv mitzuarbeiten. Zudem konnte ich die Erfahrungen aus dem Praktikum in meine Masterarbeit einfliessen lassen.

Welche Tipps hast Du für Studierenden, welche ein Praktikum suchen?

Fragt bei Dozierenden nach, wenn euch das Thema des Seminars interessiert oder ihr mitbekommt, dass die Dozierenden an einem spannenden Forschungsprojekt beteiligt sind.

Name
Rebekka

 

Fächerkombination
Bachelor: Geschichte, Informatik und Computer Linguistik (Universität Zürich)
Master: Digital Humanities und Geschichte

 

Firma
Universität Basel, SNF-Projekt NIE-INE

 

Jobtitel
Wissenschaftliche Hilfsassistentin

 

Interview

Wie bist Du auf Deine Praktikumsstelle aufmerksam geworden?
Durch eine Vermittlung bzw. eine Anfragen meinerseits. Ich wollte mich im Master spezialisieren und mich daher wenn immer möglich sowohl in der DH-Seminararbeit, im Praktikum als auch in der Masterarbeit ein und demselben Thema widmen. Ich fand dieses Thema in den Semantic Web Technologien. Da sich das SNF-Projekt NIE-INE unter anderem damit befasste, war dies ein idealer Praktikumsplatz für mich.

Was waren Deine Aufgaben während des Praktikums?
Da ich in der Schlussphase des Projekts eingestiegen bin, unterstützte die wissenschaftlichen Mitarbeitenden vor allem bei der Validierung der Projektergebnisse. NIE-INE entwickelte eine Methodik, um strukturierte Daten (z.B. eine Datenbank) in Linked Open Data, bzw. ein Semantic Web zu konvertieren. Im ersten Teil des Praktikums lernte ich die Methodik und vor allem die von NIE-INE entwickelten Ontologien kennen und kombinierte dies sogleich mit Übersetzungs- und Redigierarbeiten. Im zweiten Teil des Praktikums ging es um ein Proof of Concept, in dem ich ein eigenes Semantic Web-Projekt durchzuführen begann und meine Erfahrungen mit der Methodik einbrachte. Aus diesem Projekt wird nun auch meine Masterarbeit. Es war für mich eine enorm lehrreiche und spannende Erfahrung, Teil eines universitätsübergreifenden Forschungsprojekts sein zu dürfen.

Welche Tipps hast Du für Studierenden, welche ein Praktikum suchen?
Überlegt Euch, welches Thema Dich interessiert und informiere Dich, an welchen Institutionen/in welchen Projekten man sich mit dem Thema befasst - und dann einfach anfragen. Viele Firmen, Archive und Bibliotheken sind offen für Praktikas gerade im Digital Humanities-Bereich, auch wenn diese nicht offiziell ausgeschrieben sind.